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Mehringhof - Theater / Berlin
Kabarett - Comedy - Kleinkunst
Pressestimmen - Andreas 'Spider' Krenzke

Trinkfester Poet mit Hintersinn
"Spider" Krenzke: Begnadeter Literat in der Sparte4. Auf den Szene-Bühnen der Hauptstadt, von "LSD" bis "Surpoeten", ist Andreas "Spider" Krenzke seit langem eine feste Größe.. Mit Wladimir Kaminer, mit dem er schon auftrat, verbindet diesen Berliner, der noch im Osten aufwuchs, jene anarchisch-üppige Phantasie, die aus dem scheinbar ereignislosen Alltag satirisch-literarische Funken schlägt. Wenn Spider den Spruch des Bankers "Lassen Sie doch Ihr Geld für sich arbeiten" wörtlich nimmt, gehen bei ihm die Euros auf die Baustelle und die polnischen Zlotys erledigen den Frühjahrsputz. Doch so hintersinnig, wie dieser trinkfeste Poet seine abstrusen Szenarien ausarbeitet, sieht mancher Poetry-Slammer daneben wie ein Kunsthandwerker aus.
SZ 23.10.2008

"Spiderworld" Ursprünglich einmal war Spider ein waschechter Popstar, allerdings ohne Erfolg. Wohl auch deshalb hat die Frau vom Arbeitsamt darauf bestanden, dass er auf Schriftsteller umschult. Eine blödsinnige Idee, findet er immer noch.
- Doch wenn er dann Geschichten wie "Frauen singen Volkslieder oder wie ich mir intelligentes Design vorstelle" vorliest, möchte man das erste Mal im Leben eine Beamtin ins Abendgebet einschließen. Denn Spider hat den Sex in seiner Vorstellung revolutioniert, völlig kontaktfrei, blümchenhaft, entspannt. Das ist einfach erfrischend. Spider heißt eigentlich Andreas Krenzke und ist preisgekrönter Surfpoet mit überaus lakonischem Humor. Als Vorleser einfach klasse!
Berliner Morgenpost 21.09.2008

Weniger akrobatisch, aber nicht weniger mutig wagte sich Spider Krenzke auf die Bühne. Eine Comedy-dominierte Veranstaltung mit dem schlichten Vorlesen von Texten bereichern zu wollen, stellt eine echte Herausforderung dar. Krenzke hat sie gemeistert. Allein die Absurdität der Geschehnisse in einem Supermarkt, wo die Einführung eines zweiten Drehkreuzes direkt neben dem ersten eine ältere Dame in eine Endlosschleife katapultiert, und der Kinderwagen einer überforderten Mutter in der Einkaufswagenschleuse seine Endstation findet, ließ das Publikum kreischen.
Rendsburg 19.01.2008

Die Welt aus der Schräglage betrachtet. In der Sparte 4 tummeln sich am Freitag lauter junge Leute: Sie warten auf Andreas "Spider" Krenzke aus Berlin (Foto: SZ), ein begnadetes Vorlesetalent. In der Tat schreien seine Geschichten geradezu nach einem Vortrag - es sind knappe, um einen bestimmten Gedanken ins Abstruse gezwirbelte listig-hintersinnige Stories. Wie die vom regierungsstützenden "Arbeitslosenpark" in dem Touristen herumführende Arbeitlosendarsteller zeigen, wie toll die am Ruder doch alles hingekriegt haben: Arbeitslosigkeit als vermeintliche Museumsattraktion. Oder die Geschichte vom arbeitenden Geld, wo Euros laut klimpernd auf die Baustelle ziehen, während sich daheim die polnischen Zlotys beim Frühjahrsputz abmühen.
In der Sparte4 ist das Gelächter groß angesichts des Erzählers, der in merkwürdig verdrehen Welten zu Hause ist und alles in Schräglage aus ganz neuen Winkeln betrachtet. Männer möchten auf Streuobstwiesen von zarten Mädchenhänden gestriegelte Ponys sein, Honecker-Doubles sind die eigentlichen Helden der Grenzöffnung, und das Märchen vom Fahrscheinkontrolleur und seiner Frau, eine tolldreiste Grimm-Parodie, zeigt, dass so ein armer Gattentropf doch mal Glück haben kann - wenn er nur immer schön nett zu armen Schwarzfahrern ist. Krenzke erzählt mit Berliner Zungenschlag von harter Prenzlauer Berg-Kindheit, scheint beim Lesen hoch konzentriert und doch entspannt, liest kulleräugig ausgiebig Text um Text. Von Brillengläsern aus Biertulpenböden, innerem Austeigertum und heimarbeitenden Graffiti-Sprayern mit Sprühblockade. Lockere Zeitkritik mit philosophischen Anflügen und Liebe zum fein plazierten Wort, stundenlang kann man da lauschen.
Saarbrücken 24.10.2008