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  Pressestimmen - Michael Sens  
   

Beverunger Rundschau

"Michael Sens",diesen Namen sollten Sie sich merken, denn von diesem Mann werden Sie in Zukunft noch einiges hören und sehen!
Ein wahrer Meister der Musik, der Pantomime und der Worte hatte jetzt einen großen Auftritt in der Aula des Beverunger Schulzentrums. Er ist spitzzüngig wie Harald Schmidt,
spielt auf dem Piano und der Geige wie ein Virtuose und bewegt sich auf der Bühne mit pantomimischer Eleganz. Seine Mimik unterstützt seine punktsicheren Pointen und
der Zuschauer hat keine Chance, sich dem Humor des Berliners in der 2-stündigen Vorstellung zu entziehen.
"Opus" ist die Bezeichnung für ein musikalisches Werk und darum ging es in dem Bühnenprogramm des musikalischen Tausendsassas, der ausgebildeter Pianist, Violinist und Bassbariton ist. Er ließ sein Publikum bei den berühmtesten Komponisten der Welt Mäuschen spielen, klärte über die Bleivergiftung, die zu Beethovens Taubheit führte und die genetischen Voraussetzungen zur Zeugung eines Wunderkindes wie Mozart auf.
"Die Mundwinkel von Beethoven hingen immer runter, das hing mit dem Blei zusammen. Moderne Beispiele gibt es auch, schauen Sie sich Frau Merkel an."
Dabei gab es immer wieder musikalische Zwischenspiele des begnadeten Pianisten.
Verblüffung kam auf, als sich Michael Sens mit musikalischen Plagiaten auseinandersetzte. Er zeigte auf, was das "Wohltemperierte Klavier" von Johann Sebastian Bach mit dem Maffay-Rockmärchen "Tabaluga" gemeinsam hat und zog die Parallelen der "Ossi-Nationalhymne" zum Schlager "Goodbye, Jonny".
Aber auch einzelne Musikinstrumente bleiben von seinen spitzzüngigen Bemerkungen nicht verschont. "So ein Oboen-Klang treibt den Kinobesucher zum bilateralen Augenpullern."
Auch die Musicals bekommen im Sens-Programm ihr "Fett weg". Er erklärt die DDR-Fassung der Westside Story, bei der LPG-Bauern aus der Uckermark sich um eine kasachische Kuh streiten und bei der sich Leonard Bernstein eigentlich in einem Songs mit seiner verhassten Zimmerwirtin "Maria" auseinandersetzt.
Die "Generalabrechnung" mit der Musik gipfelte im "Cup der toten Tonsetzer", ein musikalisches Fußballspiel auf dem Klavier zwischen "Vivace Wien" und Bayer Bayreuth 04". Er ließ musikalisch Wagner und Co gegen Strauß und Konsorten antreten. Sens spielte klassische Meisterwerke und kommentierte gleichzeitig das imaginäre Spiel. Für die meisten Klavierspieler
ist es schon schwer ein paar Akkorde zu spielen und halbwegs 5 Wörter herauszubringen. Was Sens hier leistete, war absolute Spitzenklasse, wie überhaupt das ganze Pogramm, das die Zuschauer begeisterte.
Leider war der Zuschauerzuspruch nicht so wie es das Programm des Kabarettisten verdient hatte.
So konnte sich der Künstler am Ende seines Programms bei jedem Zuschauer per Handschlag verabschieden.

Beethoven – Klingeltöne ohne Ende
Kabarettpreis | Michael Sens nimmt in Hof den 8. „Theresien-Stein“ entgegen
Von Michael Thumser

Hof – „Mit Steinen hat man mich noch nie beworfen“, sagt Michael Sens, als der Abend beinah zu Ende ist. Es gäbe auch keinen Grund für solch barbarische Attacke: Der Abend nämlich
(der des Donnerstags) verlief fabelhaft ungewohnt, intelligent, trotzdem zum Totlachen. An seinem Anfang nahm der Satiriker aus Ost-Berlin im Haus Theresienstein den Preis der 14. Hofer Kabarettwochen entgegen – den „Theresien-Stein“, einen künstlerisch bearbeiteten Würfel aus Fichtelgebirgsgranit. Von ihm fühlt sich Sens daran gemahnt,
„dass der Weg zum Erfolg steinig ist“.

Den Erfolg in Hof bescherten ihm ein Gutachtergremium und das Publikum, das gleichfalls über jeden Auftritt der fünf Bewerber abstimmen durfte. Als achtem Preisträger gratuliert Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner dem Künstler, durch den die Gleichheit der Geschlechter unter den Prämiierten wieder hergestellt sei: Bislang empfingen vier Frauen und vier Männer
die von der Konzertagentur Friedrich, der Frankenpost und der Freiheitshalle ausgelobte Trophäe – übrigens eine Ehrung ohne Geldgeschenk. Über ein solches,
so tröstet Fichtner, „würde sich nur die Steuerbehörde freuen“.

„Solo-Sens“ nennt der Kabarettist sein jetzt geadeltes Programm. „Solo“ bedeute: „Es kam nur er in Frage“, begründet Dr. Gisela Strunz als Laudatorin der vierköpfigen Jury das Votum.
Ein Künstler, den das Publikum „noch nie im Fernsehen gesehen hat“, habe sich „ohne Geschlechterkram und Vulgaritäten“, dafür mit zahllosen spritzigen Pointen, schauspielerischer „Dauerhochform“ und Perfektion in Text und Musikalität gegen alle Konkurrenten durchgesetzt. „In Worten lässt sich die Vielseitigkeit des Gesamtkunstwerks Michael Sens nicht beschreiben.“

Deshalb spielt der Hochgelobte sein Programm noch einmal vor – und das Publikum im vollen Saal staunt, lacht Tränen, jubelt ausdauernd. „Sein Stoff ist die Musik“ (Gisela Strunz): In der kennt er sich aus. Das Geigespiel lernte er auf der Hochschule, am Piano bewährt er sich wacker, auch singt er schön – wenngleich der wahre Wohllaut seiner Stimme kaum auszumachen ist zwischen ihren mancherlei parodistischen Verstellungen.

Empfindliche Ehrfurcht vor den Titanen der Tonkunst wird ihm nach diesem Abend keiner nachsagen. Scharfkrallig gräbt der gelernte Ossi die Wurzeln der DDR-Hymne aus: ein Klavierstück Beethovens – „Klingeltöne ohne Ende“ –, den Schlager „Goodbye, Johnny“ … Er referiert über den Oboenklang, der selbst „verrohte“ Zeitgenossen bewegt, „bilateral aus den Augen zu pullern“, über eine Hitler-Rede und ihren Formwechsel zum Musicalsong im „Star Light Express“, über die „West Side Story“ und ihr uckermärkisches Gegenstück, die „Ost-Seiten-Geschichte“; die handelt vom Streit zweier LPG um eine kasachische Kuh.

Ein Maniac, besessen vom Suchtstoff, aus dem die Töne sind: An die Gesichtszüge Jack Nicholsons und die groteske Grausigkeit ihrer Entgleisungen erinnert das hundertfältige Mienenspiel des monströsen Musikdarstellers. In seinem Körper steckt geschmeidig ein diabolischer Tänzer und in seiner Gestikulation der Bruder vom Solo-Sens: der Non-Sens.

Wenn er, mit Lenny Bernsteins unsterblicher Melodie, im Musicalhit „Maria“ die Unausstehlichkeit einer möblierten Zimmerwirtin beklagt oder Ravel, Schumann und Konsorten in zweifacher Fußballmannschaftsstärke zur aufgewühlten Stadionschlacht um den „Cup der Tonsetzer“ entsendet oder, per Karaoke, das ostzonale Kleinmädchenlied vom lieben Volkspolizisten anstimmt – dann spürt man, zu welchen ungekannten Klangräumen er den Schlüssel besitzt: „Man hört Musik mit anderen Augen.“


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