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Mehringhof - Theater / Berlin
Kabarett - Comedy - Kleinkunst
Biographie - Hannes Heesch

Hannes Heesch (Jahrgang 1966) wirkt als Kabarettist und Parodist seit zehn Jahren beim Jahresendzeitteam im Mehringhof Theater mit.
Beim NDR-Satire-Magazin extra 3 parodiert er zu bedeutenden Fußballentscheidungen wie der Europa- oder Weltmeisterschaft Günter Netzer und Gerhard Delling in Personalunion
(dort als "Ketzer und Belling").
2004 und 2005 entwarf er zusammen mit dem Polyphonia Quintett vom Deutschen Symphonie Orchester Berlin (DSO) ein Kabarett-Klassik-Programm (u.a. in der Bar jeder Vernunft), in dem er als Netzer und Delling die "Zauberflöte" einer haargenauen Spielanalyse unterzieht, als Peter Struck einen "Afghanischen Marsch" frei nach Strauß kommandiert, als Otto Schily Wagners Sängerkrieg auf der Wartburg gesetzlich untersagt und als Dieter Thomas Heck Deutschlands Super-Symphonie sucht.
Er arbeitete als Sprecher mit dem DSO unter der Leitung Andrey Boreykos zu Nicolas Nabokov "Berliner Zirkusszenen".
Mit Arnulf Rating talkte er 2003 in einer achtteiligen "Agenda Zwanzig-Zehn-Serie" als Gerhard Schröder auf dem Sofa des Blauen Montag im Tempodrom.

1988/89 startete er in der Gruppe Punk Koma Stich. Zu der Kabarettgruppe der FU Berlin zählten unter anderem Horst Evers, Bov Bjerg und Andreas Scheffler. Im Einheitsjahr 1990 gründete Heesch die Kabarettgruppe Schwarzbrotgold, mit der er bis 1996 unter der Regie des "Blonden Emil" (Thomas Nicolai) fünf Programme auf die Bühne brachte, u.a. in der Scheinbar, im Kreuzberger Hoftheater und in der Brotfabrik Weißensee. Als Gast trat er in den Mitternachtsshows der Bar jeder Vernunft und des Varieté Chamäleons, in diversen Shows Dr. Seltsam's, als Netzer und Delling beim Theatersport und der Theatersport-WM sowie in Kurt Krömers Kitsch-Kacke-Club und in Martin Quilitz' Klub Komik auf.
In Charlottenburg-Wilmersdorf leitet er seit zehn Jahren ein intergeneratives Kabarettprojekt in der Seniorenarbeit.

Zu seinem parodistischen Repertoire zählen u.a. neben Franz Müntefering, Netzer & Delling, Klaus Wowereit, Kurt Beck, Gerhard Schröder, Edmund Stoiber, Peter Struck, Otto Schily, Helmut Schmidt und Gesine Schwan.
Seine parodistische Tätigkeit begann der gebürtige Kieler mit Willy Brandt und Gerhard Stoltenberg schon als Schüler. Zu seinen jeweils aktuellen Figuren zählten über die Jahre die Politiker Roman Herzog, Rudolf Scharping, Volker Rühe, Manfred Stolpe, Regine Hildebrandt, der Historiker Ernst Nolte, der Showmaster Dieter Thomas Heck oder die Tagesthemenlegende Hajo Friedrichs.

Dabei kennt der gelernte Politologe Figuren wie Schröder, Schmidt oder Brandt auch wissenschaftlich genau - seine Motivation zur Parodie und zu "Zeitgeist-Kabarett" war schon immer das große zeitgeschichtliche und biographische Interesse. Zu Helmut Schmidt ergründete er große Teile des Depositums im Archiv der sozialen Demokratie in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn. Die Reden des Altkanzlers kannte er inzwischen so gut, dass er bei öffentlichen Auftritten Schmidts Versatzstücke im Auditorium Wort für Wort mitsprechen konnte. Bei der kabarettistischen Erarbeitung seiner Figuren geht es ihm auch um die Einbettung in den zeithistorischen Kontext der Bundesrepublik, nicht um bloßes Nachahmen. Heesch ist als Dozent, Seminarleiter und Publizist in der politischen Bildung, u.a. für das Goethe-Institut Berlin und die Friedrich-Ebert-Stiftung zu zeithistorischen und kulturpolitischen Themen tätig. Er schrieb einen Wegweiser zum Thema "Orte erinnern. Spuren des NS-Terrors in Berlin". Aktuell arbeitet er an einer Publikation über die Literaten in der Gruppe 47 und ihre politischen Positionen zur Bundesrepublik.