|
|
Fil kommt
aus dem Ghetto, den Milchschaumplantagen des Märkischen Viertels.
Dennoch ist er kein Gangsta-Rapper geworden; da gibt er schon eher den
Verse knittelnden Politbarden.
Im gallischen Dorf würde man den selbst ernannten Singer/Songwriter
für die Gesänge im Stile eines Reinhard Mey knebeln und an den
Baum binden. In Berlin wird Fil dafür von seinen Fans geliebt.
"Na, ihr Teufel?" Unprätentiöser kann keine Show beginnen.
Fil ist der Kumpeltyp unter den Comedians: einer, der nur darauf wartet,
auf einer ausklingenden Party mal ungestört zu Wort zu kommen. Und
das dann gnadenlos ausnutzt. Mit einem Programm, das prinzipiell unrhythmisch
ist - und das genau daraus seinen brüllend komischen Humor bezieht.
Jede Anekdote wird hier noch während des Erzählens kaputtinterpretiert,
keine Gitarrenbegleitung kommt ohne umständliche Erklärungen
aus.
Bitterböse Beobachtungen mischen sich dabei mit den Nonsensreimen
selbstgebastelter Lieder in freejazzender Konstantin-Wecker-Manier am
Klavier oder mit Reinhard-Mey-Attitüde an der Gitarre. Dieser Junge
mit der Gitarre hat eine eigene Kunstgattung erfunden, den Filettantismus.
Es gibt Maschen, die laufen sich tot und werden von niemandem vermisst.
Bei anderen hingegen hofft man, sie gingen immer so weiter. Fil macht
eigentlich stets das Gleiche, jeder weiß es, und trotzdem kommen
die Leute. Fil, das ist C & C, made in Berlin und für Berliner
- wobei die Abkürzung nicht für Cash und Carry steht, sondern
für Cartoons und Comedy.
"Fil ist so dünn wie das weiße Hemd, das ihm am Leib flattert
auf der Bühne des Kreuzberger Mehringhoftheaters. El Greco hätte
ihn als Verdammtenmodell gebrauchen können oder vielleicht besser
trotz Zen-Buddhismus und hypothetischer U-Bahn-Bildschirm-Vergötzung
als Seligen, umgibt ihn doch, wie er da barfuß herumhüpft,
das Flirren einer geradezu seraphischen Heiterkeit. Fil hört auf
seine innere Stimme, und in dieser Hingabe ist seine perfekte Kunstfigur
eine anima naturaliter christiana." (FAZ 2007)
"Es ist mit Fils Shows wie mit Schützenfesten: Man muss schon
Autoscooter fahren und Schnaps trinken mögen - und nicht zum Lachen
überredet werden wollen." (Berliner Zeitung 2004)
|
|