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Mehringhof - Theater / Berlin
Kabarett - Comedy - Kleinkunst
FIL mit 'Der feuchte Gebieter'
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28.10. - 22.11. Di. - Sa. 20.00 Uhr

Fil kommt aus dem Ghetto, den Milchschaumplantagen des Märkischen Viertels. Dennoch ist er kein Gangsta-Rapper geworden; da gibt er schon eher den Verse knittelnden Politbarden.
Im gallischen Dorf würde man den selbst ernannten Singer/Songwriter für die Gesänge im Stile eines Reinhard Mey knebeln und an den Baum binden. In Berlin wird Fil dafür von seinen Fans geliebt.
"Na, ihr Teufel?" Unprätentiöser kann keine Show beginnen.
Fil ist der Kumpeltyp unter den Comedians: einer, der nur darauf wartet, auf einer ausklingenden Party mal ungestört zu Wort zu kommen. Und das dann gnadenlos ausnutzt. Mit einem Programm, das prinzipiell unrhythmisch ist - und das genau daraus seinen brüllend komischen Humor bezieht. Jede Anekdote wird hier noch während des Erzählens kaputtinterpretiert, keine Gitarrenbegleitung kommt ohne umständliche Erklärungen aus.
Bitterböse Beobachtungen mischen sich dabei mit den Nonsensreimen selbstgebastelter Lieder in freejazzender Konstantin-Wecker-Manier am Klavier oder mit Reinhard-Mey-Attitüde an der Gitarre. Dieser Junge mit der Gitarre hat eine eigene Kunstgattung erfunden, den Filettantismus.
Es gibt Maschen, die laufen sich tot und werden von niemandem vermisst. Bei anderen hingegen hofft man, sie gingen immer so weiter. Fil macht eigentlich stets das Gleiche, jeder weiß es, und trotzdem kommen die Leute. Fil, das ist C & C, made in Berlin und für Berliner - wobei die Abkürzung nicht für Cash und Carry steht, sondern für Cartoons und Comedy.
"Fil ist so dünn wie das weiße Hemd, das ihm am Leib flattert auf der Bühne des Kreuzberger Mehringhoftheaters. El Greco hätte ihn als Verdammtenmodell gebrauchen können oder vielleicht besser trotz Zen-Buddhismus und hypothetischer U-Bahn-Bildschirm-Vergötzung als Seligen, umgibt ihn doch, wie er da barfuß herumhüpft, das Flirren einer geradezu seraphischen Heiterkeit. Fil hört auf seine innere Stimme, und in dieser Hingabe ist seine perfekte Kunstfigur eine anima naturaliter christiana." (FAZ 2007)
"Es ist mit Fils Shows wie mit Schützenfesten: Man muss schon Autoscooter fahren und Schnaps trinken mögen - und nicht zum Lachen überredet werden wollen." (Berliner Zeitung 2004)